Interview mit Teilnehmenden der Bosnien-Reise

von Zen Zentrum (Kommentare: 0)

Die Reise nach Bosnien letzten September hat tiefen Eindruck bei allen Teilnehmenden hinterlassen. Vor der nächsten Reise im April 2016 haben wir 5 Teilnehmerinnen interviewt, die bereits im September dabei waren und wieder teilnehmen werden.

Bernadette Vögele

Wie wirkt die Reise vom September 2015 in dir nach?
Ich empfinde weiterhin eine Verbundenheit zu den Menschen und Orten, denen ich und die mir tief begegnet sind. Besonders nachhaltig erinnere ich mich an die Wahrnehmung der Verbundenheit von unserem "Hotelzendo" aus in unser Zendo nach Luzern. Diese Verbindung nehme ich von Luzern aus in umgekehrter Richtung zum Zendo von Helen Jäggi-Kosić wahr.
Ausserdem das starke Gefühl der Erdverbundenheit beim Heimflug während mein Blick über die Landschaft unter mir schweifte.

Warum ist dir diese Reise wichtig?
Es ist mir ein Anliegen, in der physischen Begegnung mit Menschen und Orten meinem Verbundensein Ausdruck zu verleihen - "bearing witness" ist da die Losung.

Worauf freust du dich auf der Reise 2016?
Vor allem lasse ich es auf mich zukommen.
Und ich freue mich auf das Wiedersehen mit Helen und den Menschen um sie und auf neue Begegnungen, Wiedersehen mit früheren Reisegefährtinnen und das gemeinsame "da-sein" - und ganz profan auf die domaća kafa.

Karin Grütter

Wie wirkt die Reise vom September 2015 in dir nach?
Noch immer bin ich erfüllt von den ganz besonderen, nicht alltäglichen Begegnungen mit Frauen und Männern dieses Landes, die sich auf je eigene Weise und mit sehr viel Herzblut für Frieden und Versöhnung einsetzen. Das inspiriert mich bei meiner Arbeit und relativiert vieles in meinem komfortablen Alltag.

Warum ist dir diese Reise wichtig?
Die Begegnungen sind von einer ganz besonderen Qualität. Wir stärken uns gegenseitig, lernen von- und miteinander. Intensiv ist auch der tägliche Austausch unter uns Reisenden über das Erlebte. Wir kommen uns dabei sehr nahe. Auf solchen Reisen zeigen sich mir meine eigenen Begrenzungen und ich kann meine Aussöhnungs- und Friedensfähigkeit stärken.

Worauf freust du dich auf der Reise 2016?
Ich freue mich auf Bosnien im Frühling - bestimmt blüht schon vieles in der südlichen Landschaft-, auf Begegnungen, Austausch und gemeinsame Meditation in den gewachsenen Zen-Gruppen rund um Helen Jäggi-Kosic. Ganz besonders freue ich mich auf den Besuch des Friedensprojekt CIM in Sanski Most, wo wir dieses Mal etwas mehr Zeit haben und zwei Tage bleiben werden.

Cornelia Scheibner

Wie wirkt die Reise vom September 2015 in dir nach?
Ich bin – immer noch – tief bewegt und erfüllt; es war für mich eine „pralle“ und erfüllende Woche. Die Meditation, Anna Gamma und alle Mitreisenden, Bosnien.
Meine Zeit für „Urlaub“ ist sehr begrenzt - diese eine Woche in Bosnien wiegt einen drei-wöchigen Urlaub glatt auf. Meine Gedanken kehren oft zu dieser Zeit und zu diesen Erfahrungen und Erlebnissen zurück. Es erfüllt mich dann eine stille Zufriedenheit, Gelassenheit, Freude. Mehr braucht es nicht!

Warum ist dir diese Reise wichtig?
Meinen Erfahrungshorizont erweitern – versuchen ein Land, Bosnien, näher kennenzulernen. Ich möchte noch mehr über die beiden (muslimisch, orthodox) grossen Religionsgruppen in diesem Land erfahren und das Zusammenleben miteinander. Das gemeinsame Meditieren und der Austausch in den Wir-Runden ist mir wichtig. Und vor allem Annas Ausführungen und Erklärungen zu den auftauchenden Fragen und Problemen waren für mich sehr wertvoll gewesen: z.B. die Überlegungen zum Thema „Schuld“. Ich habe so „Geistesnahrung“ erhalten und hoffe auf mehr davon. In einem Kreis von Menschen mich zeigen und öffnen, was sonst ja oft nicht möglich ist.

Worauf freust du dich auf der Reise 2016?
Ich freue mich auf die Mitreisenden: auf „alte Gesichter“ und auf neue; auf Anna; auf Sanski Most und auf Bosnien im Frühling.

Ursula Paparić

Wie wirkt die Reise vom September 2015 in dir nach?
Wenn ich an die Septemberreise zurückdenke, werden in mir Erinnerungen an Menschen wach, die wir in Bosnien kennengelernt haben. Die grosse Energie, mit welcher sie ihren Visionen folgen, ist sehr bewegend. Wieder zu Hause war in mir eine grosse Freude.
Innerhalb unserer Gruppe ist während der Reise Kraft und Nähe und eine grosse Lebendigkeit entstanden, das hat mich gestärkt. Es war für mich, ich lebe in Kroatien, auch eine Gelegenheit, mein Nachbarland näher kennenzulernen. Helen Jäggi-Kosić hat mir das Land und seine oft schwere Geschichte sehr nahe gebracht.

Warum ist dir diese Reise wichtig?
Mit der kommenden Frühlingsreise können wir als Gruppe Anna Gamma und Helen unterstützen, die Impulse für die neu entstandenen Meditationsgruppen zu vertiefen. Ich glaube auch, dass durch die bosnische-schweizerische Begegnung für jeden von uns die Welt etwas grösser wird.

Worauf freust du dich auf der Reise 2016?
Ich freue mich auf das Wiedersehen mit den Menschen und Gruppen aus Bosnien, auf das gemeinsame Meditieren. Ich freue mich auch auf den für mich so bereichernden Austausch in der Gruppe. Und es ist ein Geschenk, mit Anna unterwegs zu sein.

Julia Lutz

Wie wirkt die Reise vom September 2015 in dir nach?
Die Reise im September hat mich berührt, weil wir an einem historischen Moment in Sanski Most teilnehmen durften, als sich die drei Geistlichen an einen Tisch gesetzt haben. Auch, weil ich den Hunger nach: „wir können etwas tun, wir können eine Zen-Gruppe bilden" der Bosnierinnen gespürt habe und ich sie nun dabei unterstützen möchte mit meiner Präsenz. Zudem hat mich die Organisation UDAS sehr beeindruckt und mich dazu bewegt hier in der Schweiz ein Orthopädiegeschäft anzugehen und nach Prothesenteilen zu fragen (was im Übrigen geklappt hat).

Warum ist dir diese Reise wichtig?
Ein Land, das einen Krieg durchgemacht hat, eine Bevölkerungsgruppe, die verurteilt wird, möchte ich durch mein Zuhören und meine Aufmerksamkeit etwas von der Schwere nehmen.

Worauf freust du dich auf der Reise 2016?
Ich freue mich auf all die Menschen, die wir kennengelernt haben, auf UDAS, dass wir eine Nacht in Sanski Most verbringen und das Heilwasser vom Brunnen in Banja Laktaši.

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