Die Wüste blüht

von Anna Gamma (Kommentare: 2)

Nach einem Tag mit heftigem Regen war heute der Himmel wieder strahlend blau. Am letzten ganzen Tag in der Wüste steht jeweils eine längere gemeinsame Wanderung im Schweigen auf dem Programm. Wir liessen uns heute noch einmal von Mose inspirieren. Er, der in der Wüste Schafe hütete, bis er das erschütternde Berufungserlebnis beim brennenden Dornbusch machte, aus dem der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs auf die Frage, wie sein Name heisse, antwortete: „Ich werde der sein, der ich sein werde.“ Die Schafe, die uns auf dem Weg begleiteten, sind unsere Sorgen, Ängste, Vorstellungen, Vorurteile – eben alle Gedanken, die durch den Kopf purzeln, wenn wir still werden möchten. Und tatsächlich, es hat bei den meisten funktioniert. Der Kopf wurde leer, die „Schafe“ immer stiller. Doch ganz still war es in der Wüste nicht. Immer wieder begegneten uns Gruppen von israelischen und palästinensischen Jugendlichen voller Lebensfreude, uns Shalom zurufend oder zur Musikkonserve laut Popmusik singend.

Nach der Rückkehr ein letzter Besuch beim Grab von Ben Gurion und seiner Frau. Viele Menschen waren versammelt, junge Soldatinnen und Soldaten stramm stehend. Eine Zeremonie fand statt. Ich bin bewegt. Ben Gurion träumte von einer Heimat für die über Jahrtausende vertriebenen Juden. Sein Traum ist Wirklichkeit geworden, aber wie? Die Sehnsucht nach Frieden ist gross bei beiden Völkern. Und wir nähren das Feld des Friedens mit unserem Sitzen.

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Kommentare

Kommentar von Gabriele |

Danke, dass ich auf diese Weise teilhaben darf und mich mit euch verbinden kann - morgen besonders beim Tag der Stille in Freiburg.
shalom,
Gabriele

Kommentar von Sebastian |

Vielen Dank fuer die beruehrende Dokumentation eurer Reise.

In der nicht stillen Stille "mitreisend" geniessen wir eure Stimmung aus der Wüste im verschneiten Glarus.

Liebe Gruesse
Delia&Sebastian

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