Bosnien Frühling 2017 - Tag 4

von Bernadette Vögele (Kommentare: 3)

Hvala - Danke

Wir nehmen Abschied von Bosnien, der Farma Transforma. Helen feiert mit uns ein Abendmahl, darin eingebettet unsere letzte Wir-Runde, an der auch Srdjan teilnimmt. Karin, die neue Hüterin der Sangha leitet sie an. Die Tage seit der Ankunft am Donnerstag gingen schnell vorüber und gleichzeitig war es eine ausgesprochen reiche Zeit. Bereits das erste gemeinsame Sitzen am Donnerstagabend hat Stille einkehren lassen. Stille, aus der sich Gedanken, Unsicherheiten, Gefühle, Ahnungen klären können. Diese klärende Stille hat uns diese Tage begleitet.

Nicht nur Helens Vision der Farma und deren Umsetzung haben klarere Formen bekommen. Es haben sich auch persönliche Themen in uns geklärt. Sei es, dass sich altes Wissen vertieft hat oder dass neue Erfahrungen hinzugekommen sind. So wurde dieser Ort seiner Bestimmung einmal mehr gerecht. Es ist ein Ort, an dem Veränderung angestossen, bestärkt und weiter gehalten und getragen werden kann. Wir sind uns einig, dass von hier ausgehend noch Vieles in Bewegung kommen kann.

Glücklich und reich beschenkt nehmen wir Abschied von der Farma, von Helen und Srdjan mit Aleksa. Wir sagen "Hvala - Danke! und auf Wiedersehen" im Wissen, dass auch in der örtlichen Trennung die Verbindung bestehen bleibt. Anna Gamma und Gerhard Hüppi werden noch einen Tag länger bleiben, am Nachmittag in einem Workshop mit der örtlichen Sangha arbeiten und am Montagmorgen die Schule von Aleksa besuchen, die Lehrerin und den Direktor treffen.

Die Autofahrt durch Bosnien zurück Richtung Zagreb lässt mich nachdenklich werden. Sobald wir die Autobahn verlassen und Richtung Grenzübergang in Jasenovac fahren, treffen wir immer wieder auf eine Polizeipatrouille. Ich bin angespannt. Was hat das zu bedeuten? Erst an der Grenze klärt es sich auf: im ehemaligen Konzentrationslager der Ustasa aus dem 2. Weltkrieg scheint ein Gedenkanlass stattzufinden. Unzählige Reisebusse stehen da. Wir wissen um die Geschichte dieses Ortes. Es wird mir bewusst, dass es noch viele Farma Transformas braucht in dieser Welt - ich bin froh und dankbar für jeden Ort und jeden Menschen, der "Farma Transforma" ist.


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Kommentare

Kommentar von Andreas Böttcher |

Wunderbare Bilder und der Bericht ist so lebendig, dass ich mich als Teil des Ganzen ganz nah bei euch fühle.
Dankeschön !

Kommentar von Ursula Rätz |

Liebe Alle
Ich danke von ganzem Herzen für die eingängig formulierten Tagesberichte von der Sangha in der Farma Transforma. Der Zufall will es, dass ich in einem ähnlichen Projekt, im Mubaya Ecovillage in Zimbabwe sehr aktiv bin, wo es auch um den Aufbau und die Förderung eines Permakultur-Projekts geht innerhalb der Streusiedlung von ca. 300 Menschen. Die Hauptpersonen sind nebst der Dorfgemeinschaft, auch ein binationales Paar mit Mike, der vor Ort lebt, und Muriel, die in der Schweiz lebt und arbeitet. Sie meditiert auch. So entstehen schöne Parallelen und starke Verbundenheiten wie ich in diesen Tagen beim Wandern in Korsika erfahren habe.
Herzliche Grüsse,
Ursula

Kommentar von Helen Jäggi Kosic |

Vielleicht vermittelst Du einen Kontakt zu Muriel und Mike? Ich würde mich freuen. Herzliche Grüße allen, die da waren und allen, die uns im Herzen begleitet gaben

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