10 Jahre IMZ / Zen Zentrum Offener Kreis

von Maria-Christina Eggers (Kommentare: 2)

Wir haben Geburtstag! Wussten Sie, dass wir – das Zen-Zentrum Offener Kreis – schon auf zehn Jahre zurückblicken können? Genau genommen war der 27. September 2006 Tag Eins der Gründung von Gerhard Hüppi und Anna Gamma, damals unter dem Namen Interreligiöses Meditationszentrum (IMZ) mit Sitz im RomeroHaus in Luzern. Die Grundidee: Als interreligiöse Wohngruppe einen Beitrag zu leisten zum „Frieden auf dem Planeten durch Frieden unter den Religionen“. Im Zentrum sollte die gemeinsame Schweigemeditation stehen, verbunden mit regelmässigem Austausch über die je eigene spirituelle Erfahrung und einer Lebensgestaltung nach den vier Weisungen, die Hans Küng in seinem Buch „Weltethos“ formuliert hat: Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben; eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung; eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit; eine Kultur der Gleichberechtigung und der Partnerschaft von Mann und Frau.

Das Ziel war hoch gesteckt. Manches liess sich verwirklichen, anderes nicht. Die kleine Wohngemeinschaft von bis zu sieben Personen blieb weitgehend christlich. Die Begegnung der Religionen geschah an verschiedenen Anlässen, u.a. bei den interreligiösen Feiern der Ostertage. Über die Jahre brachten viele Menschen sich selber, ihren Idealismus und ihre Begabungen für eine gemeinsame Wegstrecke ein und trugen so zum inneren Wachstum bei. Die Schweigemeditation war und blieb das Zentrum.

Auf der Grundlage des Bestehenden bereitete sich ein Gestaltwandel vor. Äusserer Anlass war, dass für unsere Räume im RomeroHaus Eigenbedarf angemeldet wurde. Am 28. Februar 2015 war es soweit: die Mitglieder des IMZ setzten mit einer Gruppe von Meditierenden per Schiff über den See. Ziel war das neue Zentrum an der Bürgenstrasse, das umgehend mit einem ersten Zazenkai und Sesshin eingeweiht wurde. Die neue Gestalt erhielt einen neuen Namen: „Zen-Zentrum Offener Kreis“. Der Name macht deutlich, was neu ist: die klare Ausrichtung auf Zazen. Die Offenheit für Menschen mit Migrationshintergrund und interkulturelle Begegnung ist geblieben.

Den zehnjährigen Geburtstag werden wir nicht vergessen. Er erinnert uns daran, wie der Impuls von Wenigen und seine mutige Umsetzung der Anfang von etwas Neuem und Starken sein kann. Und er erinnert uns an die Wurzeln, die dem Wachstum Saft und Lebenskraft geben.      

Maria-Christina Eggers

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Kommentar von Alexandra |

Herzliche Gratulation zum Jubiläum. Gut, hattet ihr diese Idee und den Mut, dieses Zentrum aufzubauen. Das Zen Zentrum Offener Kreis mit all seinen Menschen ist mir lieb gewonnene Zen-Heimat geworden.

Kommentar von Christof Mohr |

Es sind schon zehn Jahre...! Unglaublich. An die Anfänge der Idee kann ich mich gut erinnern, und es freut mich sehr, dass sich alles so schön zuzsammengefügt hat. Auch das Konzept mit den Konzerten ist einen wunderbare Sache ( wenn Ihr möchtet, leiste ich gerne einmal einen Beitrag dazu. Zwei Violoncelli, oder Gambe und Theorbe). Ich wünsche dem Zentrum gutes Gedeihen. Ganz liebe Grüsse an Anna und Gerhard!